Bericht des Aufsichtsrates

Guido A. Krass, Vorsitzender des Aufsichtsrates, zum Geschäftsjahr 2019

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat der CENTROTEC SE ist auch im Jahr 2019 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt nachgekommen und hat dabei den Vorstand bei der Leitung des Konzerns regelmäßig beraten und dessen Tätigkeit kontinuierlich überwacht.

Die für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierten Ziele für den Umsatz und das Ergebnis hat CENTROTEC vollständig erreicht bzw. leicht übertroffen. Die hierbei weiter ausgebaute internationale Präsenz sowie die gute Position im deutschen Markt bilden eine solide Basis für ein fortgesetztes Wachstum von Umsatz und Ergebnis.

Die ordentliche Hauptversammlung vom 18. Juni 2019 hat Herrn Andreas Freiherr von Maltzan zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Aufgrund gerichtlicher Bestellung war Herr Freiherr von Maltzan bereits seit dem1. Juli 2018 Mitglied des Aufsichtsrats.

Zum 1. April 2019 hat der Aufsichtsrat den Vorstand funktionaler aufgestellt und in diesem Zusammenhang Herrn Günther Wühr zum Mitglied des Vorstands bestellt. Herr Wühr war bereits seit 2015 im Konzern in verschiedenen Funktionen im Bereich Finanzen und Controlling tätig. Herr Wühr kann auf langjährige Tätigkeiten als Vorstand in der Photovoltaik- und Biogasbranche zurückblicken. Er ersetzt Herrn Dr. Traxler, der den Vorstand zum 31.März 2019 verlassen hat.

Der Aufsichtsrat hielt im Berichtszeitraum insgesamt vier turnusgemäße Sitzungen ab. In diesen Sitzungen wurden die unten aufgeführten Themenschwerpunkte besprochen. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen teilgenommen.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, ausführlich und zeitnah in schriftlicher und mündlicher Form über die laufende Geschäftsentwicklung der Unternehmen und des Konzerns, vor allem die Umsatz-,Auftrags-, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie erkennbare Chancen und Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung im Rahmen regelmäßiger Berichte zur Geschäftslage informiert. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat wichtige Entscheidungen und Vorgänge ausführlich erörtert. Jahresabschluss, Halbjahresbericht und Quartalsfinanzmitteilungen wurden vom Aufsichtsrat vor der Veröffentlichung mit dem Vorstanderörtert. Zustimmungsbedürftige Entscheidungen des Vorstandes hat der Aufsichtsrat in gründlicher Prüfung und Beratung erörtert und diesen zugestimmt.

Auch außerhalb der genannten Sitzungen haben die Mitglieder des Aufsichtsrates darüber hinaus in persönlichen Einzelgesprächen und Telefonkonferenzen mit dem Vorstand sowie Geschäftsführern und Führungskräften des Unternehmens anstehende Projekte und Angelegenheiten von wesentlicher Bedeutung besprochen. Außerdem wurde projekt- und fallbezogen schriftlich berichtet. Die vom Aufsichtsrat festgelegten Informations- und Berichtspflichten hat der Vorstand dabei vollumfänglich erfüllt. Da der Aufsichtsrat aus nur drei Mitgliedern besteht, wurden keine Ausschüsse gebildet. Alle Belange wurden im Plenum behandelt.

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im Geschäftsjahr 2019 nicht aufgetreten.

Das in den Aufsichtsratssitzungen diskutierte Themenspektrum war sehr breit und betraf grundsätzliche und strategische Fragestellungen der Holdinggesellschaft sowie der Segmente und Einzelgesellschaften. Aus Konzernsicht erhielten dabei die weitere, vor allem internationale Expansion und die dazugehörigen Bauprojekte besondere Aufmerksamkeit. Zudem wurden auch Einzelfragen von großer Bedeutung und Tragweite für den Konzern abgehandelt.
Themenschwerpunkte der Erörterungen waren im Einzelnen:

  • Strategische Ausrichtung und Geschäftspolitik des Konzerns, von Segmenten und Konzerneinzelgesellschaften
  • Allgemeine Geschäftsentwicklung
  • Inhalt und Umfang der zu veröffentlichenden Finanzberichte
  • Änderung der Unternehmensform und -firmierung hin zur CENTROTEC SE
  • Investitionsentscheidungen von großem Umfang bzw. von erheblicher strategischer Bedeutung, insbesondere die Begleitung des Baus der Produktionsstätte in China
  • Risikolage, insbesondere strategische, operative und finanzielle Risiken sowie das Risikomanagement
  • Rechnungslegungsprozess und internes Kontrollsystem
  • Strategische und operative Ausgestaltung der Konzernfinanzierung und der Finanzanlagen
  • Umsetzung des Aktienrückkaufprogramms
  • Budget- und Mittelfristplanung der Gruppe
  • Ausrichtung am bzw. Neuerungen des Corporate Governance Kodex und dem SCR Reporting
  • Umsetzung der Entscheidungen zur Übernahme der IVT GmbH und der IVT-Industrie-Vertrieb Technik GmbH & Co.KG sowie von Vermögenswerten der Klingenburg GmbH
  • Bewertung weiterer möglicher Optionen im Bereich von Mergers & Akquisition Projekte
  • Aufsichtsrechtliche und wertpapierrechtliche Neuerungen
  • Vergütungsstrukturen des Vorstandes und wesentlicher Führungskräfte
  • Zusammensetzung des Vorstandes
  • Effizienz der eigenen Aufsichtsratstätigkeit

Im Berichtsjahr haben Aufsichtsrat und Vorstand ausführlich über die Corporate Governance im Unternehmen beraten und zuletzt im März 2019 gemeinsam eine Entsprechungserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Zuletzt wurde im Januar 2020 eine Entsprechenserklärung abgegeben und diese auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Über die Corporate Governance berichtet der Vorstand, nach Ziff. 3.10. des Deutschen Corporate Governance Kodex (Fassung 2017) zugleich auch für den Aufsichtsrat, im Corporate Governance Bericht. Dieser Bericht ist im Geschäftsbericht aufgenommen. Die wesentlichen Grundsätze der Unternehmensführung werden vom Vorstand in seiner Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB erläutert, die auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich ist. Gegenstand ausführlicher Beratungen im Aufsichtsrat waren auch die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer – nach der Wahl durch die Hauptversammlung –, die Überwachung seiner Unabhängigkeit sowie der von ihm erbrachten Leistungen und die Festlegung des Honorars. Buchführung, Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 wurden von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kassel, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Die vorgenannten Unterlagen und der Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns lagen jedem Mitglied des Aufsichtsrates rechtzeitig vor. Diese wurden in der Aufsichtsratssitzung vom 23. März 2020 gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtete, umfassend erörtert.

Der Abschlussprüfer informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und hat festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem eingerichtet hat. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Angaben im Lagebericht und Konzernlagebericht eingehend auseinandergesetzt. Hierzu wird auf die entsprechenden Erläuterungen im Lagebericht und Konzernlagebericht Bezuggenommen, die der Aufsichtsrat geprüft hat und mitträgt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Lagebericht und Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht sowie den vom Vorstandvorsorglich aufgestellten Abhängigkeitsbericht geprüft. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. Das abschließende Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat ergab keinen Anlass zur Beanstandung. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Der Jahresabschluss der CENTROTEC SE ist somit festgestellt.

Zusätzlich ist seit dem Berichtsjahr 2017 über Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten zu berichten. Das Management hat sich entschlossen, dieser Verpflichtung durch die Veröffentlichung eines nichtfinanziellen Berichts außerhalb des Konzernlageberichts nachzukommen und diesen im Geschäftsbericht zu veröffentlichen. Der Aufsichtsrat, dem die Verantwortung für die inhaltliche Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung obliegt, hat sich mit dem vom Vorstand erstellten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht der CENTROTEC zum 31. Dezember 2019 eingehend befasst. Der Aufsichtsrat hatte nach Erläuterungen durch Vorstand und Wirtschaftsprüfer im Rahmen seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH hat eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass die CENTROTEC SE ihre Position im weltweiten Wachstumsmarkt für energiesparende Gebäudetechnologie weiter ausbauen kann und den Interessen der mit den CENTROTEC-Unternehmen in Verbindung stehenden Stakeholder gerecht wird.

Gleichzeitig gilt es anzuerkennen, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft vor eine so nie dagewesene Herausforderung stellt. Dies wird auch an der CENTROTEC nicht spurlos vorübergehen. Auch wenn die Auswirkungen der Krise auf die Geschäftsentwicklung der CENTROTEC zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu beziffern sind, gilt es nun, die vorhandenen finanziellen Ressourcen zu schonen, um möglichst robust durch die möglicherweise bevorstehenden Verwerfungen im Markt manövrieren zu können. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Aufsichtsrat explizit den Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns und stimmt dem Verzicht auf eine Dividende für das Jahr 2019 zu.

Im Namen des Aufsichtsrates danke ich den Mitgliedern des Vorstands sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der CENTROTEC-Gruppe für ihren tatkräftigen Beitrag und ihre Anstrengungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Mit besten Grüßen

Guido A. Krass
[Aufsichtsratsvorsitzender]

Für den Aufsichtsrat, Brilon, im März 2020

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