Risk Management

Risikobericht 2019

Angaben zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem nach § 289 Abs. 4 HGB und § 315 Abs. 4 HGB

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des CENTROTEC-Konzerns zielt darauf ab, mögliche interne Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen bzw. zu eliminieren. Es erstreckt sich neben der Optimierung der internen Prozesse und Abläufe vor allem auch auf die Finanzberichterstattung der CENTROTEC-Gruppe. Eine Kernfunktion der Finanzberichterstattung ist die Steuerung des Gesamtkonzerns. Basierend auf der von den Aufsichtsgremien des Konzerns und der Tochterunternehmen genehmigten Budget- und Mittelfristplanungen erfolgen Ist- und Abweichungsanalysen. Den Veränderungen der Rahmenbedingungen des laufenden Geschäftsbetriebes wird durch regelmäßige Forecasts Rechnung getragen.

Die CENTROTEC-Abschlüsse beruhen auf einem konzernweiten Berichterstattungssystem. Dieses bildet die Basis für einen standardisierten Datenmeldeprozess im Konzern. Die Buchhaltungen der operativen Gesellschaften sind dezentral organisiert, werden aber durch ein konzernweites Rechnungslegungshandbuch hinsichtlich der Anwendung von IFRS-Rechnungslegungsstandards, wie sie in der EU anzuwenden sind, für die gruppenweite Berichterstattung und ein konzernweites, einheitliches, digitales Berichterstattungssystem harmonisiert.

Die aus diesem umfassenden und zeitnah liefernden Berichterstattungssystem gewonnenen Informationenbilden die Grundlage für die aktive und frühzeitig wirkende Konzernsteuerung. Die regelmäßig stattfindenden Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen und die enge Begleitung der Geschäftsführer durch den Vorstandgarantieren eine entsprechende Bewertung der aus dem Reporting gewonnenen Informationen und führen, falls notwendig, auch zu entsprechenden Korrekturmaßnahmen. Zusammen mit den Regelungen der Satzung und der jeweiligen Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Geschäftsführer bilden diese unterschiedlichen Reporting- und Analysemaßnahmen ein kohärent arbeitendes Gesamtsystem. Das Systemwird dabei in regelmäßigen Abständen vom Vorstand und dem Aufsichtsrat hinsichtlich Effizienz und Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls überarbeitet bzw. erweitert.

Alle wesentlichen Verträge von Konzerngesellschaften werden zur Risikovermeidung vom Rechtsbereich des Konzerns mitgestaltet oder gegengelesen. Die Wirtschaftsprüfer der Einzelgesellschaften, der Teilgruppen und des Konzernabschlusses überprüfen das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und das Risikofrüherkennungssystem, soweit dies nach den Prüfungsstandards und der gewählten Prüfungsstrategie erforderlich ist, und berichten darüber dem Aufsichtsrat. Anregungen daraus werden von Vorstand und Management aufgegriffen, um das System ständig weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Zur Überwachung und Steuerung der unterschiedlichen Risikofelder verfügt CENTROTEC über ein konzernweites Risikomanagementsystem. Zur Steigerung der Effizienz und Erfüllung der sich ändernden Rahmenbedingungen wurde das im Jahr 2016 konzernweit implementierte einheitliche, etablierte und den Anforderungen des § 317 Abs. 4 HGB sowie des Prüfungsstandards IDW PS 340 entsprechende professionelle Risikomanagement Tool eines externen Anbieters den Anforderungen des CENTROTEC-Konzerns entsprechend fortlaufend weiterentwickelt.

Ziel des Risikomanagementsystems und zentrale Aufgabe der Risikoberichterstattung ist es, wesentliche und bestandsgefährdende Risiken innerhalb und außerhalb der Konzernunternehmen zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Risikosteuerungsmaßnamen zu definieren bzw. einzuleiten, um so der jeweiligen Geschäftsführung eine fundierte Basis für ihre Managemententscheidungen zu liefern. Das Risikomanagement wird durch ein Risiko-Komitee geführt. Dieses steuert das konzernweite dezentrale Netzwerk, in welchem jedes Einzelunternehmen mindestens durch einen Risiko Manager vertreten ist. Unter Berücksichtigung der bestehenden Richtlinien, erfolgte eine vierteljährliche Berichterstattung über Risikoart, Eintrittserwartung, potenzielle Auswirkung erkannter Risiken und Risikosteuerungsmaßnahmen. Seit der zweiten Jahreshälfte 2019 wurde der Berichtszyklus auf eine halbjährliche Berichterstattung umgestellt.
Die Bewertung der Risiken erfolgt dabei primär auf quantitative Art unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe gemäß einer Brutto- und Nettobewertung auf Basis der Ergebnisabweichung (EBIT) gegenüber dem Budget. Die Nettobewertung berücksichtigt bereits risikomindernde Maßnahmen und ist Grundlage für die Risikoberichterstattung. Bereits gebildete Rückstellungen werden jedoch nicht risikomindernd berücksichtigt, werden aber in einer gesonderten Aufstellung speziell ausgewiesen. Die Pauschalrisiken wie Naturkatastrophen oder geschäftsübliche Risiken wie die grundsätzliche Möglichkeit von Forderungsausfällen werden nicht berücksichtigt, sofern nicht spezifische Erkenntnisse für eine erhöhte Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Vorfälle vorliegen. Zudem ist eine qualitative Bewertung für nicht quantifizierbare Risiken mittels Bestimmung des Kontrollniveaus und Schweregrads möglich.

Im Rahmen dieses Risikoberichts werden Risiken auf Konzernebene als „sehr gering“ eingestuft, wenn ihr Risikoerwartungswert netto zwischen 100 TEUR und 300 TEUR liegt. Als „gering“ bei einer Auswirkung von bis zu einer Million EUR. Als „moderat“, wenn die Auswirkungen unter zwei Millionen EUR, als „hoch“, wenn sie bei bis zu fünf Millionen EUR und als „sehr hoch“, wenn sie über fünf Millionen EUR liegen. Auf Ebene der Einzelunternehmen sind entsprechend der Größe des jeweils zu betrachtenden Unternehmens abweichende Beträge als Schwellenwert hinterlegt.
Daneben erfolgt eine enge Begleitung des operativen Geschäftes durch den Vorstand. Auf dieser Grundlage wird eine frühzeitige Reaktion innerhalb des Risikomanagementsystems angestoßen und es werden je nach Risikowert unterschiedliche Eskalationshierarchien bis hin zum Vorstand und Aufsichtsrat eingebunden, um notwendige Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Absicherung von Risiken zu ergreifen. Das Risikomanagementsystem dient als Grundlage für die nachfolgende Beschreibung der Risikofelder und Risikopositionen des Konzerns.

Risikofelder

 

Umfeld- und Branchenrisiken
Für die CENTROTEC besteht eine grundsätzliche Abhängigkeit des Geschäftsverlaufs von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung, insbesondere in Europa. Der bei weitem bedeutendste Einzelmarkt aus Konzernsicht ist dabei weiterhin Deutschland. Diese hohe Abhängigkeit stellt bei einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland weiterhin ein hohes Risiko dar. Diesem Risiko wird durch mit Nachdruck vorangetriebenen Internationalisierungsbemühungen begegnet.

Grundsätzlich bewegt sich CENTROTEC im Branchenumfeld der Bauinvestitionen. Sinkende Bauinvestitionen können sich grundsätzlich nachteilig auf die Absatzentwicklung des Konzerns auswirken. CENTROTEC adressiert das als prinzipiell hoch zu bewertende Absatzrisiko u. a. durch seine Fokussierung auf besonders energieeffiziente Lösungen zur Heizung und Klimatisierung von Gebäuden: Derartige Lösungen gewinnen infolge der zunehmenden Verschärfung der nationalen regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden sowie vordem Hintergrund sehr wahrscheinlich mittel- und langfristig steigender Energiepreise zunehmend an Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit sinkender Bauinvestitionen ist durch das Erreichen des Rekordniveaus der europäischen und speziell der deutschen Bauaktivitäten in den letzten Jahren zwar gestiegen, allerdings wären die Bauinvestitionen selbst bei einem moderaten Rückgang weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Grundsätzlich zeigen sich auch deutliche Einflüsse gesetzlicher Rahmenbedingungen und öffentlicher Fördermaßnahmen. So könnte beispielsweise eine Rücknahme von Fördermaßnahmen bei ansonsten gleichbleibenden Rahmenbedingungen zu Umsatzrückgängen oder einem verlangsamten Umsatzwachstum führen. Hier gab es in der Vergangenheit eine Vielzahl von Änderungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, die die Endkunden teilweiseerheblich verunsicherten. Speziell bei den Förderungen könnte es zudem bei aufkommenden finanziellen Engpässen in einigen Ländern zu einem Einfrieren von Fördermitteln bzw. einer Aussetzung staatlicher Bau- und Klimaschutzmaßnahmenkommen. Aktuell wird dieses Risiko trotz der europaweit relativ stabilen wirtschaftlichen Entwicklung als hoch eingestuft. Langwährende Verhandlungen über eine mögliche Verbesserung der Förderbedingungenkönnten temporär einen Investitionsstau hervorrufen.

Schließlich hat die Entwicklung der Preise für fossile Energieträger wesentlichen Einfluss auf die Bereitschaft, in effiziente Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik und den Einsatz Erneuerbarer Energien zu investieren. Die weiter niedrigen Preise für Gas und Öl reduzieren den Investitionsdruck zur Modernisierung des speziell in Deutschland in weiten Teilen veralteten und ineffizienten Heizungsbestands. Ungeachtet solcher kurzfristiger ökonomischer Überlegungen wird der verstärkte Einsatz fossiler Energieträger jedoch zu einer deutlichen Verschärfung der Klimaproblematik beitragen. Das aktuell vergleichsweise niedrige Preisniveau bietet aber weiterhin mehr Potenzial für einen Anstieg, u. a. durch die CO2-Besteuerung, als für einen Verfall der Energiepreise und daher aus Sicht des Unternehmens langfristig mehr Chancen als Risiken. Insgesamt wird das Risiko, welches sich aus der Energiepreisentwicklung ergibt, als moderat bewertet.

Zudem besteht auf lange Sicht die Möglichkeit einer regulatorisch begründeten Verbannung der zurzeit noch vorherrschenden fossilen Energieträger wie Gas und Öl aus dem Wärmemarkt. Diesem noch deutlich in der Zukunft liegenden und sich in einem ersten Schritt vermutlich auf den Neubaumarkt beschränkenden Risikobegegnet CENTROTEC mit einer aktiven strategischen Planung und einer entsprechenden Anpassung des Produktportfolios.

Unternehmensstrategische Risiken
Ein Aspekt der CENTROTEC-Strategie ist neben dem organischen Wachstum grundsätzlich auch das Wachstum durch Akquisitionen. Eine zentrale Herausforderung besteht dabei in der zügigen Anpassung der internen Organisation und Prozesse an die jeweils neu erreichte Größenordnung sowie der Integration der übernommenen Geschäfte oder neu gegründeten, häufig ausländischen Einheiten in die Unternehmensstruktur. Eine zu schwache Anbindung neuer Einheiten an den bestehenden Konzern kann zu Transparenz- und Kontrollverlusten führen. Ein Überstülpen der Konzernkultur über neue Einheiten kann zum Verlust der Identifikation der Mitarbeiter mit Produkt und Unternehmen und schließlich auch zu einem Verlust der Marktposition und damit des Marktwertes führen. CENTROTEC verfolgt deshalb ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kontrolle und unternehmerischer Freiheit der Konzerngesellschaften. Die Verzahnung von übernommenen Einheiten oder neu gegründeten Tochtergesellschaften mit dem Konzern wird durch ein übergreifendes Integrationsmanagement vorangetrieben und kontinuierlich überwacht, bis die Einheit schließlich voll in die konzernweiten Kontroll- und Steuerungsmechanismen integriert ist. Insgesamt wird die Konzernstruktur kontinuierlich auf Verbesserungspotenziale überprüft, die durch Neuorganisationsprojekte in den einzelnen Segmenten umgesetzt werden, um so eine tragfähige Basis für eine weiterhin nachhaltige Entwicklung des Konzerns zu legen. Die unternehmensstrategischen Risiken, die aus Akquisitionen erwachsen, werden weiterhin als insgesamt gering bewertet.

Darüber hinaus sind mit einer zunehmenden Internationalisierung vielschichtige und in ihrer Gesamtbedeutung für CENTROTEC steigende Risiken verbunden, die sich zum Beispiel aus sich ändernden politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, Währungsschwankungen, der Entwicklung spezieller Produkte für internationale Märkte, dem Transport und der Abwicklung sowie den kulturellen Unterschieden ergeben. CENTROTEC setzt beider weiteren Expansion grundsätzlich auch in Zukunft auf starke lokale Partner mit umfangreicher marktseitiger und logistischer Expertise und Kenntnis der lokalen Rahmenbedingungen. Märkte, die im Fokus der Internationalisierungsstrategiestehen, werden mit Hilfe eigener Tochtergesellschaften zunehmend auch mit lokalen Produktionseinheitenerschlossen. Durch die kontinuierliche Begleitung und Prüfung der Risikopositionen im Rahmen des Risikomanagements und des operativen Geschäfts werden die sich ergebenden Marktchancen und -risiken unter Kontrolle gehalten und dieses wachsende, aber als moderat eingestufte Risiko klar begrenzt.

Risiken des operativen Geschäfts  

Beschaffungsrisiken

Die Produktions- und Lieferfähigkeit der CENTROTEC-Gesellschaften ist in hohem Maße von einer zuverlässigen Belieferung mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen abhängig. Die zunehmend internationaleren Beschaffungswegekönnen sich hierbei, neben allen sich bietenden Chancen, auch als Risiko erweisen, wie aktuell anhand der noch nicht abschätzbaren Auswirkungen des sich von China heraus ausbreitenden Corona-Virus zu beobachten ist. Das aus dem Bereich der Beschaffung resultierende Risiko wird als hoch eingestuft und wird durch enge technische Kooperation mit wichtigen Lieferanten sowie, soweit möglich, durch das Vorhalten von jeweils mindestens zwei Bezugsquellen abgesichert. Allerdings führte die zuletzt branchenübergreifend gute konjunkturelle Lage zu längeren Lieferzeiten und in Einzelfällen auch Lieferengpässen, beispielsweise bei Elektronikkomponenten, von denen grundsätzlich auch die CENTROTEC-Gesellschaften betroffen sein könnten.

Ein weiteres potenzielles und auch aus Konzernsicht relevantes Risiko auf der Beschaffungsseite besteht in einemmöglichen weiteren Anstieg der Beschaffungspreise. Diese entsprechend den Marktentwicklungen regelmäßig auftretende Problematik wird je nach Segment und Produktbereich über Methoden, wie zum Beispiel die Absicherung langfristiger Lieferbeziehungen sowie entsprechende Preisvereinbarungen, und durch eine kontinuierliche Marktbeobachtung und Optimierung der Beschaffungsquellen kontrolliert. Die Preisentwicklung auf den Rohstoff- und Zuliefermärkten wird aktiv überwacht. Zugleich werden in den konzernweit verfolgten Ergebnisverbesserungsprogrammen kontinuierlich Potenziale zum Ausgleich der Preissteigerungen identifiziert und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt. Da die sich abzeichnende weitere Steigerungen von Beschaffungspreisen bei Rohstoffen bereits im Budget berücksichtigt sind, schätzt die CENTROTEC aktuell das darüberhinausgehende Risiko, das sich aus ansteigenden Beschaffungspreisen ergibt, als moderat ein. Zudem besteht generell das Risiko, das Dienstleistungsunternehmen insbesondere im Bereich IT oder Personal ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen oder bestehende Verträge aufkündigen. Dieses spezielle Risiko wird in Summe als gering eingeschätzt, die Auswirkungen wären auf die jeweils betroffene Gesellschaft limitiert und somit für den Gesamtkonzern gering. Allerdings sehen wir hier nicht zuletzt durch die zunehmende Anzahl von „Software as a Service“-Dienstleistungen einen tendenziellen Anstieg dieser möglichen Risiken. Die aus dem gesamten Beschaffungsprozess resultierenden Risiken sind für den CENTROTEC-Konzern mittel- und langfristig eine bedeutende Risikogruppe.

Technische und Qualitätsrisiken

Aus Produktmängeln und Qualitätsproblemen können Risiken entstehen. Diese werden unter anderem durchinterne, auf Einzelunternehmensebene festgelegte Richtlinien bzw. die Zertifizierung nach internationalen Qualitätsnormen wie beispielsweise ISO 9001, ISO 14001 oder ISO TS 16949 adressiert. Hierbei orientieren sich die einzelnen Konzernunternehmen immer an den branchenspezifisch höchsten Qualitätsstandards. Zur Sicherstellung der Produktqualität und Minimierung der damit verbundenen Risiken werden qualitätsbestimmende Teile der CENTROTEC-Produkte im gesamten Produktionsprozess wie auch die Endprodukte umfassenden Qualitätskontrollen unterzogen. Die hierfür eingesetzten Verfahren und Systeme werden in regelmäßigen Abständen überprüft und entsprechend aktueller Standards weiterentwickelt. Damit kann dieses grundsätzlich in allen Konzerneinheiten auch weiterhin vorhandene Risiko in seiner Gesamtwirkung deutlich reduziert werden. Darüber hinaus werden entsprechende Rückstellungen in Höhe der erwarteten Gewährleistungsrisiken gebildet. Dennoch verbleibt ein moderates Risiko, da die Unternehmen der Gruppe bei ihren Produkten zum Teil moderne Hocheffizienztechnologien zum Einsatz bringen, bei denen Produktmängel und Qualitätsrisiken nicht gänzlich ausgeschlossen werden können.

Dem Risiko von Unfällen und Anlagenausfällen wird durch entsprechende Schulungen von Kunden und Mitarbeitern, Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsanweisungen vorgebeugt. Das größte Einzelrisiko dieses Bereichs stellt der mögliche Ausfall von Produktionsanlagen dar. Diesem Risiko wird durch vorbeugende Instandhaltung und kontinuierliche Kontrolle der Betriebsparameter begegnet. Die Anlagen selbst und eine mögliche Betriebsunterbrechung sind entsprechend ihrem Wert gegen mögliche Schäden versichert. Zusammengefasst werden die technischen und die Qualitätsrisiken im Geschäftsjahr 2019 als moderat eingeschätzt.


Innovationsrisiken

Die Entwicklung innovativer Produkte ist grundsätzlich mit dem Risiko verbunden, dass die angestrebte Zielsetzung trotz eines hohen Ressourcenaufwands nicht erreicht wird. Beispielsweise können regulatorische oder die Förderung betreffende Änderungen die Erfolgsaussichten von Entwicklungsprojekten negativ beeinflussen. Zur Minimierung dieses grundsätzlichen Entwicklungsrisikos besteht ein intensiver Austausch und Peer-Review der Produktentwicklungsaktivitäten zwischen den einzelnen Konzerngesellschaften und eine intensive Marktanalyse. Hierfür wird zunehmend auf das Marktwissen der auch international immer besser aufgestellten Vertriebs- und Serviceorganisation zurückgegriffen. Auf diese Weise werden Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und durch schnelle Korrekturen der Entscheidungen in ihren möglichen Auswirkungen begrenzt. Darüber hinaus werden sämtliche Investitionen und Entwicklungsprojekte vor dem Hintergrund des Gesamtportfolios und einer individuellen Chancen-Risiken-Betrachtung im Rahmen der konzernweiten Entwicklungsaktivitäten eingehend und frühzeitig bewertet. Dennoch verbleibt vor dem Hintergrund einer permanent steigenden Entwicklungsgeschwindigkeit, erhöhter Produktkomplexität sowie spezifischer Bedarfe ausländischer Absatzmärkte ein moderates Innovationsrisiko.


Absatzrisiken 
Auf der Absatzseite besteht das potenzielle Risiko, wichtige Kundenbeziehungen, insbesondere zu Großkunden, zu verlieren. Durch die überwiegende Fokussierung der Produkte auf den Endanwenderbereich wird die Abhängigkeit von einzelnen Kunden, trotz des Vertriebs über den Großhandel, grundsätzlich begrenzt. So erreicht der größte Kunde bei CENTROTEC einen Anteil von weniger als vier Prozent des Konzernumsatzes, alle übrigen Kunden liegendeutlich darunter. Auf Einzelunternehmensebene wird diese Grenze jedoch teilweise überschritten. Grundsätzlich kann der Verlust einer Großhandels- oder Großkundenbeziehung immer einen spürbaren Einfluss auf Umsatz und Ertrag sowohl auf Konzern- als auch Einzelunternehmensebene haben. Diesem aus Konzernsicht aber als geringeingeschätzten Abhängigkeitsrisiko wird durch ein aktives Management der Kundenbeziehungen und eine Diversifizierung der Absatzkanäle in den unterschiedlichen Märkten entgegengesteuert. Hierzu wurden die Absatzkanäle in den einzelnen Segmenten und Ländern zuletzt kontinuierlich verbreitert und werden auch in Zukunft auf mögliche weitere strategiekonforme Ergänzungen überprüft. Darüber hinaus sinkt die Abhängigkeit des Umsatzes von einzelnen Kunden mit dem in der Vergangenheit vollzogenen und auch zukünftig angestrebten internationalen Wachstum.

Ein weiteres moderates Risiko auf der Absatzseite besteht im zunehmenden Preisdruck auf die CENTROTEC-Produkte, insbesondere durch bestehende oder in Einzelfällen auch neue Wettbewerber. Hier sieht sich CENTROTEC in seinen verschiedenen Segmenten aufgrund der strikten Orientierung an den Kundenbedürfnissen und der bereits erreichten Marktposition in einer guten Ausgangsposition. Darüber hinaus wird das Produktportfolioregelmäßig auf Innovationspotenziale und Möglichkeiten der verbesserten Kundenorientierung zur Sicherung und zum Ausbau der Wettbewerbsposition überprüft. Außerdem sollen durch das international angestrebte Wachstum auch zunehmend die Skalennachteile gegenüber den größten Mitbewerbern weiter reduziert werden. Nichtsdestotrotz stellt die Summe der angeführten unterschiedlich gelagerten Absatzrisiken insgesamt eine bedeutende Risikogruppe mit einem vergleichsweise hohen Risikoerwartungswert aus Konzernsicht dar.

Personalrisiken 

Grundsätzlich besteht das potenzielle Risiko, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen zu verlieren. CENTROTEC adressiert dieses real vorhandene und in seinen Auswirkungen aus Konzernsicht aber bislang noch als gering bewertete Risiko durch die Verbreiterung der personellen Basis im Rahmen der Weiterentwicklung der Gesamtkonzernorganisation. Darüber hinaus werden die Weiterentwicklung und die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter in ihren jeweiligen Fachgebieten sowie die Eigeninitiative bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ansätze und Verfahren durch die Mitarbeiter gefördert. Zudem rückt das Thema Personalentwicklung bei einer zunehmenden Zahl der Konzernunternehmen immer stärker in den Fokus der Geschäftsstrategie. Dies wird auch durch die in der ersten Jahreshälfte 2020 geplante Einführung einer konzernweiten Personalmanagement-Software unterstützt. Auf diese Weise stellt sich CENTROTEC in diesem auch zukünftig zunehmend relevanten Bereich besser auf und bietet den Mitarbeitern weiter verbesserte langfristige Entwicklungsperspektiven. Damit wird versucht, die Fluktuation in den Schlüsselpositionen weiter zu verringern und Mitarbeiter besser zu fördern. Dies sind wichtige Maßnahmen gegen einen allgemein zu beobachtenden Fachkräftemangel, dem ebenfalls mit einer auch bislang schon praktizierten, speziell auf die einzelnen Konzernunternehmen zugeschnittenen Nachwuchsförderung begegnet wird.

Zusätzlich besteht, speziell in Zeiten hoher Auslastung der Gesamtwirtschaft, im Personalbereich das Risiko eines übermäßig starken Kostenanstiegs in Folge hoher Lohn- und Gehaltsabschlüsse. Diesem regelmäßig auftretenden Risiko wird durch ein aktives Personalkostenmanagement und eine vertrauensvolle und durch gegenseitige Rücksichtnahme gekennzeichnete Zusammenarbeit zwischen Belegschaft und Unternehmensführung begegnet. Zudem werden die Folgen möglicher hoher Tarifabschlüsse durch geplante Umsatzausweitungen und die fortlaufenden konzernweiten Prozessoptimierungen abgefedert, können aber grundsätzlich zu einer Ergebnisbelastung führen.


Informationstechnische Risiken
Grundsätzlich kann im Bereich der Informationstechnologie nicht ausgeschlossen werden, dass Probleme mitbestehenden Systemen oder durch künftige Erweiterungen der bestehenden Systeme, wie zum Beispiel bei Release-Wechseln, auftreten oder Systemausfälle zu Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs führen. Zur Begrenzung dieser Risiken werden die üblichen Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen im EDV-Bereich angewandt. Die Angemessenheit der Sicherheitsmaßnahmen in der Informationstechnologie wird dabei regelmäßig überprüft. Gegebenenfalls werden die Systeme und Verfahren an sich ändernde Anforderungen angepasst. Zudem wird bei der Integration neuer Geschäftseinheiten ein behutsamer Migrationspfad beschritten, um größere Risiken auf den Geschäftsbetrieb zum Beispiel durch Systeminkompatibilitäten oder ungenügende Abbildung der jeweiligen geschäftlichen Besonderheiten zu vermeiden. Darüber hinaus wird die Anzahl der im Konzerneingesetzten ERP-Systeme immer weiter begrenzt, um mögliche Fehler und Inkompatibilitäten zu vermeiden und die Unterhaltung der Systeme weiter zu optimieren. Grundsätzlich werden die operativen Einheiten entsprechend ihren geschäftlichen Anforderungen zunehmend systemseitig integriert.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass die Risiken durch Cyberkriminalität an Bedeutung gewinnen. CENTROTEC achtet im Rahmen seiner IT-Strategie auf ein ausgewogenes Maß an Nutzung moderner IT-Lösungen und Erhalt der vollständigen Kontrolle über die zentralen, für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Geschäftsdaten, um dieses, für den CENTROTEC-Konzern mit seinen in weiten Teilen voneinander unabhängigen IT-Systemen, noch als geringeinzustufende Risiko zu begrenzen.

Schließlich wachsen die Anforderungen der Digitalisierung auf allen Wertschöpfungsstufen. Die Anzahl der im Konzern eingesetzten IT-Lösungen jenseits der klassischen ERP-Systeme nimmt kontinuierlich zu. Bei der Implementierung dieser Lösungen muss regelmäßig zwischen den Zielsetzungen einer uneingeschränkter Systemstabilität einerseits und einer möglichst hohen Implementierungsgeschwindigkeit andererseits abgewogen werden. Zusammengefasst werden die Risiken aus dem informationstechnischen Bereich trotz kontinuierlich wachsender Abhängigkeit von informationstechnischen Systemen aus Konzernsicht als moderat eingestuft.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken ergeben sich für CENTROTEC im Wesentlichen aus der zum Teil auf Fremdkapitalbasierenden Finanzierung des Wachstums und möglicher Akquisitionen. Der in der Vergangenheit erfolgreich genutzten Chance, auf diese Weise hohe und stetig wachsende Erträge zu generieren, steht das potenzielle Risiko von Ergebnisrückgängen oder gar -ausfällen mit den entsprechenden finanzwirtschaftlichen Auswirkungen gegenüber. CENTROTEC begrenzt bei der Finanzierung ihrer operativen Tochtergesellschaften das getragene Risiko in der Regel auf die jeweiligen Einheiten bzw. Geschäftsbereiche (ring-fenced Finanzierung) und kontrolliert die aktuelle wie künftige Ertragskraft aller Unternehmenseinheiten sowie die Einhaltung der relevanten Finanzkennzahlen in einem umfassenden Ertrags- und Ergebniscontrolling auf Einzelunternehmens- und Konzernebene. Abweichungen werden so zeitnah erkannt. Gegebenenfalls notwendige Gegenmaßnahmen werden frühzeitig eingeleitet und mit Konsequenz umgesetzt. Bei der Finanzierung werden Zinsänderungsrisiken bei den teilweisemit variablen Zinssätzen ausgestatteten Darlehen zum Teil durch den Abschluss von Zinsderivaten bei Kreditinstituten abgesichert. Die in diesem Bereich verbleibenden Risiken sind als gering einzustufen. Außerdem wurde mit der Platzierung eines Schuldscheindarlehens die vorteilhafte Zinssituation langfristig abgesichert. Darüber hinaus hat CENTROTEC in der Vergangenheit Finanzverbindlichkeiten stets termingerecht zurückgeführt, insbesondere auch um die hieraus resultierenden finanziellen Belastungen zu minimieren und die finanziellen Spielräume ausreichend groß zu halten.

Anpassungen der Finanzierung werden in den einzelnen Finanzierungskreisen entsprechend der jeweiligen Notwendigkeiten des operativen Geschäftes und der Finanzierungsanforderungen bei Bedarf vorgenommen. Infolge der Aktienrückkaufprogramme der vergangenen beiden Jahre hat sich die Netto-Finanzverschuldung des Konzerns wieder etwas gesteigert, so dass die finanzwirtschaftlichen Risiken nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Schuldscheindarlehens aus Konzernsicht weiterhin relevant sind. Für tiefergehende Informationen zur Finanzierungssituation des CENTROTEC-Konzerns verweisen wir auf den Konzernanhang.

Bisher liegt ein Schwerpunkt des Geschäftes in den europäischen Kernländern, speziell in Westeuropa. Der weitüberwiegende Teil des Umsatzes wird im EURO-Raum generiert. Mit dieser Ausrichtung sind lediglich beschränkte Risiken hinsichtlich der Änderung von Wechselkursen verbunden. Zunehmend wird aber auch das Geschäft im Nicht-EURO-Raum bzw. dem nicht europäischen Ausland an Bedeutung gewinnen. Dies zielt auf die bereits in den letzten Jahren zu beobachtende und sich weiter fortsetzende Verbreiterung der Absatzbasis und damit auf eine Reduzierung der Abhängigkeit vom deutschen Markt ab. Diese Entwicklung führt jedoch zu erhöhten Risiken bei Geschäften in Fremdwährungen. Die bisher aus Konzernsicht geringen Risiken aus möglichen Wechselkursänderungen wurden in der Vergangenheit im Konzern selektiv mit entsprechenden Instrumenten abgesichert. Neben den Risiken einer Abwertung der Fremdwährungen besteht auch das Risiko einer EURO-Abwertung. Diesem stehen aber gleichzeitig sich hieraus ergebende erhöhte Exportchancen in den Nicht-EURO-Raum gegenüber. Eine Aufwertung des EURO könnte im Gegensatz dazu die Absatzchancen der überwiegend im EURO-Raumgefertigten Produkte des Konzerns negativ beeinträchtigen. Hier ist das Ziel, durch eine Verbreiterung der Absatzmärkte im Rahmen der Internationalisierung dieses Risiko weiter zu vermindern.

Mögliche finanzwirtschaftliche Risiken durch Forderungsausfälle werden beispielsweise durch Vorkassezahlungen, Kreditversicherungen, Ausfuhrpauschalgewährleistungen (Hermesbürgschaften), Akkreditivabwicklung, permanentes Forderungsmanagement, allgemeine Bonitätsprüfungen sowie durch bestehende Delkrederehaftung minimiert und dadurch in ihren möglichen Auswirkungen aus Konzernsicht begrenzt. Es verbleibt aber ein geringes Risiko aus möglichen Forderungsausfällen. Die kurzfristigen Finanzanlagen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bilden eine Bilanzposition, die grundsätzlich Schwankungen des Finanzmarktes unterworfen ist. Dem als moderat einzustufenden Risiko steht demgemäß auch eine im Erwartungswert höhere Chance gegenüber.

Das Risiko aus dem steuerlichen Bereich, welches zu großen Teilen aus den wachsenden Anforderungen an die Dokumentation bei Transferpreisen resultiert und in mehreren Ländern auftritt, ist aus Konzernsicht als gering einzustufen. Die bei der Bewertung von Vorräten aufgetretenen Risiken werden aus Konzernsicht als gering eingestuft.

Zusammengefasst werden die Risiken aus dem Finanzwirtschaftlichen Bereich als moderat eingeschätzt


Sonstige Risiken 

Aus Lieferung und Verkauf von Produkten, Anlagen und Dienstleistungen können dem CENTROTEC-Konzern und seinen Einzelunternehmen rechtliche Risiken zum Beispiel aus der Möglichkeit nicht vertragsgemäßer Lieferung, der Produkthaftung, durch Produktmängel, bei Qualitätsproblemen, infolge Verletzung geistigen Eigentums oder der Nichtbeachtung steuerlicher Vorschriften erwachsen. Trotz eines umfassenden Qualitätsmanagementsund entsprechender ständig optimierter Organisationsstrukturen können derartige Risiken nichtvollständig ausgeschlossen werden, liegen aber auf einem für ein Industrieunternehmen normalen Niveau. Zur Absicherung hierfür werden in einem für den Geschäftsbetrieb üblichen Umfang pauschale Gewährleistungsrückstellungen gebildet und entsprechende Produkthaftpflichtversicherungen abgeschlossen, die im Bereich möglicher Kundenansprüche auf Erfahrungswerten über Ausfälle und entsprechende Gewährleistungen beruhen bzw. potenzielle Haftungsumfänge berücksichtigen. Außerdem werden alle Kundenreklamationen konsequent geprüft und bearbeitet sowie im Nachgang im Hinblick auf interne Optimierungsmöglichkeiten untersucht. Sofern hieraus spezifische Gewährleistungsrisiken erkannt werden, werden zusätzlich einmalige Rückstellungen in Höhe des erwarteten Risikos gebildet.

Darüber hinaus wurden zur Minimierung der allgemeinen Risiken des operativen Geschäftes weitere Versicherungen abgeschlossen, die die möglichen Auswirkungen dieser grundsätzlich im Geschäftsbetrieb vorkommenden Risiken auf ein geringes Niveau senken. Zu diesen Versicherungen gehören im Wesentlichen Betriebsausfall-,Betriebshaftpflicht-, Rechtsschutz-, Geschäfts- und Sachversicherungen, Warenkredit- und Ertragsausfall-,Serienschadenversicherungen sowie eine D&O-Versicherung für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte. Darüber hinaus bestehen für Betriebslager spezielle Sachversicherungen (Elementarschäden).
Zurzeit sind keine Rechtsstreitigkeiten anhängig, die über bereits gebildete Rückstellungen hinaus für den Konzern hohe finanzielle Verpflichtungen erwarten lassen.


Sonderrisiko Corona-Pandemie

In den Wochen vor Fertigstellung dieses Berichts haben die globale Ausbreitung des Corona-Virus sowie die einzelstaatlichen Bemühungen zur Eindämmung dieser Ausbreitung zu einer so noch nicht dagewesenen Verunsicherung auf den weltweiten Finanz-, Rohstoff- und Warenmärkten geführt. Diese Krise führt zu insgesamt als sehr hoch einzustufenden Einzelrisiken für die CENTROTEC, die im Wesentlichen den Bereichen Umfeld, Beschaffung, Absatz und Personal zugeordnet werden können:

  • Die in vielen Ländern erklärten Reise- und Kontaktverbote sowie Geschäftsschließungen werden zu einer nachhaltigen negativen Beeinträchtigung der konjunkturellen Entwicklung führen. Dies könnte sich auch in deutlich reduzierter Investitionsbereitschaft für eine Modernisierung der Haustechnik sowie auf die Baubranche ganz allgemein auswirken.
  • Durch die Abschottung einzelner Länder untereinander könnte die Warenversorgung mit notwendigem Material nachhaltig gestört werden. Während bei Lieferbeziehungen zu Asien häufig ausreichende Puffer aufgrund des längeren Transportweges eingeplant werden und die Produktionstätigkeit in China in großen Teilen wieder anläuft, können Lieferabbrüche aus innereuropäischen Ländern binnen weniger Tage zu Produktionsunterbrechungen führen.
  • Auch der Zugang zu den Absatzmärkten außerhalb des Heimatmarktes könnte dadurch stark beeinträchtigt werden.
  • Aktuell werden alle Kontaktpersonen von mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierten Personen in 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt. Sofern Mitarbeiter des Unternehmens betroffen sein sollten, könnte dies zu erheblichen Ausfällen ganzer Abteilungen und Produktionsbereiche führen, die eine temporäre Einschränkung der Betriebstätigkeitverursachen könnte.

Inwiefern sich einzelne oder alle diese Risiken materialisieren werden, lässt sich zum Zeitpunkt der Berichtserstellung nicht belastbar abschätzen. Obwohl die durch das Corona-Virus ausgelösten Risiken für die CENTROTEC insgesamt als sehr hoch einzustufen sind, stellen sie aus Sicht des Unternehmens infolge der stabilen Finanz- und Liquiditätslage jedoch keine bestandsgefährdende Bedrohung dar.

Beurteilung der Risikosituation durch die Unternehmensleitung

Während sich die Absatzmarktsituation sich im Grunde langfristig positiv entwickeln sollte, stellt die gestiegene Zahl an Unsicherheiten als Folge von politischen – nicht zuletzt durch das Corona-Virus ausgelösten – wirtschaftlichen Krisen ein schwer abschätzbares Risiko für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, für die Branche und damit auch für die CENTROTEC dar. Auch die sich weiter auf niedrigem Niveau befindlichen Energiepreise belastenden Absatzmarkt. Die aktuelle Verunsicherung über die Dauer und den Umfang der Belastungen aus der Corona-Epidemie auf die eigenen Aktivitäten in China, auf die Lieferkette und mögliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft stellen eine in dieser Form beispiellose Herausforderung für die CENTROTEC sowie Ihre Kunden und Lieferanten dar. CENTROTEC sieht sich aber nicht zuletzt aufgrund seiner guten Liquiditäts- und Finanzlag ein einer guten Position, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Eine weitere organische und eventuell auch eine akquisitionsgetriebene internationale Expansion durch Investitionen in Innovationen sowie in Vertriebs- und Serviceorganisationen, um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, sind weiterhin im Fokus der Konzernstrategie. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, auf aufkommende Risiken oder verschlechterte Marktbedingungenangemessen reagieren zu können. Auch operativ hat sich der Konzern durch eine vergleichsweise flexible Kostenstruktur in den wesentlichen Produktionsbetrieben über Leiharbeitskräfte, weitere Personaldienstleitungen und Arbeitszeitmodelle die Möglichkeit geschaffen, seine Produktionskapazitäten an vorübergehende konjunkturelle und saisonale Schwankungen anzupassen. Vor diesem Hintergrund sieht das Management ein ausgewogenes Chancen-Risiken-Profil und hierbei keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken für das Geschäftsjahr 2020.

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