Systemlösungen für den Energiespar-Trend EnEV: Wenn jedes Watt zählt von Dr. Alexander Kirsch

Focus Money

Seit dem 1. Februar gilt bei uns die Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie tritt an mit der Zielsetzung, 25 bis 30 % des herkömmlichen Energiebedarfs von Gebäuden zu senken. Die Technologien dafür stehen zur Verfügung: Neben der Dämmtechnik (äußere Isolierung) sind das hocheffiziente Brennwerttechnik-Heizungen, Wärmerückgewinnungssysteme und die Solartechnik. Branchen-Fachleute prognostizieren den Herstellern mittel- und langfristig sehr gute Wachstums-Chancen.

Energiesparen ist in - nicht allein wegen der ökologischen Aspekte, sondern vor allem mit Blick auf den eigenen Geldbeutel suchen Haus- und Wohnungseigentümer verstärkt nach Möglichkeiten, den Verbrauch von Heizöl oder Erdgas zu minimieren. Denn klar ist: Billiger werden wir in Zukunft nicht mehr heizen können. Mit wenig Energie auszukommen, ist im Prinzip heute auch kein Problem mehr: Niedrigenergie- oder gar Passivhäuser bestechen mit spezifischen Energieverbrauchszahlen, von denen man vor wenigen Jahren nur träumen konnte.

Und der Staat macht zusätzlich Druck, seit dem 1. Februar gilt die ‚Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden' (EnEV). Erstmals liegt der Fokus auf der Begrenzung des zulässigen Primärenergiebedarfs eines Gebäudes - was bei der Gebäudeplanung zu einer völlig neuen Denkweise führt.

Kurt Bodewig, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, malt der einschlägigen Industrie und dem Handwerk die Zukunft rosig, sieht die EnEV gar als Konjunkturmotor: "Die Energieeinsparverordnung löst erhebliche Investitionen aus. Die neuen Vorschriften werden in den kommenden Jahren für eine steigende Nachfrage nach moderner Heizungstechnik, Wärmedämmung und neuen Fenstern sorgen," so seine Prognose (www.bmvbw.de).

Nicht nur die Politik, auch Branchen-Fachleute prognostizieren den Herstellern mittel- und auch langfristig sehr gute Wachstums-Chancen. Kein Wunder, müssen doch bis 2006 in zahlreichen Altbauten rund zwei Millionen veraltete Heizkessel erneuert werden. Profitieren wird von dieser Entwicklung auch die Centrotec HochleistungskunststoffeAG, Marsberg (Neuer Markt, CEV, WPKN 540750). Mit den Produktlinien ‚Abgassysteme für Brennwertheizungen', ‚Wärmerückgewinnung', ‚Solarsysteme' und ‚Neue Materialien zur Gewichtseinsparung' ist das Unternehmen auf den Megatrend Energie einsparen gut vorbereitet.

Wachstumsmarkt für Kunststoff-Abgassysteme

Beispielsweise mit modernen Kunststoff-Abgassystemen: Durch den Trend zur Energieeinsparung und aufgrund der Substitution von Metall durch Hochleistungs-Kunststoff sind diese Abgassysteme zu einer richtigen Erfolgsstory geworden. Hintergrund ist der Technologietrend im Heizungsmarkt zur so genannten ‚Brennwerttechnik'. Gas-Brennwert-Heizungen sparen etwa 35 % Energie ein, indem sie nicht nur besonders effizient mit dem Erdgas umgehen, sondern darüber hinaus aus dem heißen Abgasstrom durch Kondensation Energie zurückgewinnen. Die Gas-Brennwerttechnik entwickelt sich deshalb zunehmend zum Standard-Heizungssystem im Neubau, wie die ASUE feststellt (Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch, Kaiserslautern, www.asue.de).

Der einzige ‚Haken' dabei ist: Dazu benötigt der Bauherr eine spezielle Abgasführung, herkömmliche Kamine sind ungeeignet. Zunächst wurden die neuen Brennwertkessel mit herkömmlichen Metall-Abgassystemen kombiniert. Es zeigte sich jedoch, dass Metall hier entscheidende Nachteile hat. Denn bei Brennwertgeräten fällt im Abgasstrom ein leicht säurehaltiges Kondensat an, das Metalle recht schnell korrodiert. Anders ist die Situation bei bestimmten Kunststoffen, die nicht nur ausreichend temperaturbeständig, sondern auch säureresistent sind. Heute haben bei der Brennwerttechnik solche Kunststoffsysteme metallische Ausführungen bereits weitgehend verdrängt.

Der Markt ist vielversprechend: Besonders die Niederlande spielen mit einem Anteil der Brennwerttechnik von ca. 85 bis 90 % die Vorreiterrolle. In Deutschland liegt die Durchdringung der Brennwerttechnik bei etwa 45 % - eine im europäischen Vergleich hohe Quote, die aber gleichzeitig noch immer bedeutenden Nachholbedarf signalisiert. In den europäischen Nachbarländern läuft die Entwicklung mit einer Quote von häufig 5 bis 10 % gerade erst an. Diese Märkte haben somit ihre gesamte Entwicklung noch vor sich. Mittlerweile haben sich vier europaweit agierende Abgassystemanbieter formiert - unter diesen ist Centrotec Marktführer im Bereich der besonders zukunftsträchtigen Kunststofflösungen. Mit eigenen Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Italien, Skandinavien und Belgien sowie Vertriebspartnern in der Schweiz und Österreich sieht sich das Unternehmen auch im Ausland für das Marktwachstum ‚Kunststoff-Abgassysteme' bestens positioniert.

Mechanische Be- und Entlüftung

Nach Optimierung von Isolation und Heiztechnik muss der Bauherr an die wirksame Be- und Entlüftung denken. Denn wer in gut isolierten Gebäuden bei der Lüftungstechnik spart, bekommt rasch handfeste Probleme: Feuchte Wände und Schimmelpilze sind oft genug das Resultat - Sparschäden, die vermeidbar sind. Der Hintergrund ist leicht erklärt: Energieoptimierte Gebäude sind praktisch luftdicht. Dadurch ist die Luftwechselrate in modernen Wohnungen, wo die Fenster und Türen Gummidichtungen besitzen und keine zusätzliche externe Belüftung vorhanden ist, drastisch gesunken. Eine Durchschnittsfamilie produziert 12 bis 14 Kilogramm Wasserdampf pro Stunde. Ist dann nur eine geringe Feuchtigkeitsabfuhr gegeben, sind feuchte Innenwände und meist auch eine Schimmelbildung die Folge. Auch reichern sich im Innenraum organische Verbindungen an. Aufgrund dieser Verschlechterung der Innenraumluft-Qualität klagen viele Bewohner moderner Wohnungen über gesundheitliche Beeinträchtigungen (‚Sick building-Syndrom'). Beschwerden aufgrund des schlechten Raumklimas (Allergien, Asthma) nehmen enorm zu - vor allem bei Kindern liegt die Asthmaanfälligkeit heute bereits nahe 20 %. Wer unter diesen Umständen zum Dauerlüfter wird, verpulvert fast alle Investitionen in die Energiespartechnik: Unkontrollierte Lüftung ist einer der größten Energieverschwender im Privathaus. Bei der heute üblichen Fensteröffnung (Spalt von 12 cm) werden stündlich 1,10 Euro glatt ‚herausgelüftet'. Eine mechanische Be- und Entlüftung ist im Niedrigenergiehaus deshalb ein absolutes Muss.

Systeme zur mechanischen Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung arbeiten besonders effizient. Zwar sind heute erst etwa 6 % der neu gebauten Einfamilienhäuser mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Doch wird auch hier die EnEV die Weichen neu stellen, denn sie macht das Niedrigenergiehaus zum Standard für alle Neubauten. Die von Centrotec offerierten Wärmerückgewinnungs-Anlagen (System Brink) profitieren davon. Kernstück ist ein Wärmetauscher aus Spezialkunststoff; dort erwärmt die mechanisch abgesaugte verbrauchte Luft aus dem Gebäude die zugeführte und gefilterte Frischluft. Mit einer Energie-Rückgewinnungsquote von 95 % ist Brink technologisch führend. Nach der Wohnungs-Isolierung und dem Einbau einer Brennwertheizung erreicht keine andere Energiesparmassnahme ein derart günstiges Verhältnis von CO2-Einsparung zu Aufwand. Was wir in Deutschland zu erwarten haben, zeigen wiederum die Niederlande. Nach der gesetzlichen Verschärfung bezüglich des Energieverbrauchs bei Privathäusern im Jahr 1998 sind heute bereits 30 % aller neu gebauten Einfamilienhäuser mit kontrollierten Lüftungssystemen und Wärmerückgewinnung ausgerüstet; Tendenz weiter steigend.

Kostenlose Energie vom Himmel

Last, but not least ist die Nutzung von Sonnenenergie ein zukunftsträchtiger Trend. Denn auch wenn es nach manchem verregneten Sommer kaum zu glauben ist: Die Sonne versorgt das Gebiet der Bundesrepublik mit der unvorstellbar großen Menge von jährlich 300 Billionen Kilowattstunden Energie (www.green-peace.de). Natürlich kann davon nur ein winziger Teil wirtschaftlich gewonnen werden. Doch ist die Nutzung der Sonnenenergie sozusagen wie kostenloses 'Manna' vom Himmel: Man kann die Solarenergie in direkter Weise entweder solarthermisch (also durch Erwärmen von Wasser) oder photovoltaisch nutzen. Bei der photovoltaischen Nutzung wandeln Solarzellen das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um; die erzeugte Strommenge ist proportional zur Intensität der Sonneneinstrahlung. Größtes Hemmnis ist heute noch das ungünstige Verhältnis von Investitionskosten zur Energiegewinnung. Weitgehend unbekannt dabei ist, dass bei den privaten Solaranlagen etwa 40% der Investitionskosten auf den Einbau entfallen. Solange die Ausbeute der Geräte noch gering ist, ist die Montagefreundlichkeit ein entscheidender Hebel, die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Eindhoven hat Centrotec ein Solarsystem kreiert, das besonders montagefreundlich gestaltet ist. Es verfügt über ein patentiertes Kunststoff-Trägersystem, das die Einbaukosten gegenüber herkömmlichen Systemen drastisch senkt. Dieses System wurde inzwischen auch für Flachdachanwendungen adaptiert.

Ausblick für den Investor

Wer sich als Anleger fragt, wie die Chancen einer ‚Umweltaktie' wohl einzuschätzen sind, sollte diese Fakten im Auge behalten: In den kommenden Jahren wird die Umstellung Hunderttausender von Heizkesseln auf die Brennwerttechnik für einen soliden, berechenbaren Umsatz sorgen. Im Zuge der Umsetzung der EnEV-Forderungen wird sich daran anschließen ein ebenso solides und berechenbares Umsatzwachstum bei der kontrollierten Be- und Entlüftung von Gebäuden. In einem Zeitfenster von 5 bis 10 Jahren sollte dann das Thema Solartechnik stärker als bislang wirtschaftliche Bedeutung erlangen - dann sind die Zellen leistungsfähiger und kostengünstiger herzustellen. Der Markt wird dann mit Sicherheit da sein - kostenlose Energie vom Himmel, wer könnte da widerstehen? Als letztes Eisen im Feuer (Marktreife in etwa 5 bis 10 Jahren) hält Centrotec dann das Thema ‚Kunststoff-Composites als Ersatz von Metallen' bereit: Wer bedenkt, dass heute allein in Deutschland jährlich viele Milliarden von Euro durch den Einsatz veralteter Metalkomponenten verloren gehen (z.B. Korrosionsschäden, unnötiger Energieverbrauch aufgrund von hohen Fahrzeugewichten), kann in etwa den Markt für (nicht rostende und superleichte) Kunststoffe abschätzen.

Keine Frage:
‘Umweltaktien’ auf der Basis eines Produktespektrums, wie es die Centrotec Hochleistungskunststoffe AG bereits offeriert bzw. in der Entwicklungs-Pipeline hat, können ein erhebliches Wachstumspotential vorweisen.


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