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(Auszug zum Artikel vom 23.10.2005) Centrosolar will in den Prime Standard Solaraktie schon im Freiverkehr gelistet / Hohe Kursgewinne

Frankfurter Allgemeine Zeitung

kön. FRANKFURT, 23. Oktober. Eher leise ist der Börsengang einer weiteren Solaraktie erfolgt. Die Centrosolar AG, München, ist seit dem 26. September im Freiverkehr notiert. Neue Aktien wurden über eine Kapitalerhöhung zu 9,50 Euro emittiert. Sie notieren derzeit bei rund 15 Euro. In den fast vier Wochen ihrer Börsenexistenz hatten sie schon Kurse von deutlich mehr als 17 Euro gesehen.

Das ist nur der erste Teil der Börsengeschichte von Centrosolar, die komplette Solarsysteme vorrangig über den Fach- und Großhandel - einen relativ neuen Vertriebskanal für diese Produkte - verkauft. "Im April oder Mai nächsten Jahres wollen wir im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet werden", kündigt Alexander Kirsch, Vorstandsvorsitzender der erst im August gegründeten Gesellschaft im Gespräch mit dieser Zeitung an. "Sehr wahrscheinlich werden wir diesen Börsengang wieder mit einer Kapitalerhöhung verbinden."

Die Entscheidung für die Doppelpremiere ist in dem schnellen Kapitalbedarf für die bereits getätigte und für eine unmittelbar bevorstehende Akquisition begründet. "Wir brauchten relativ schnell Kapital", sagt Kirsch. Mit dem ersten Schritt hat Centrosolar 26,3 Millionen Euro bei Finanzinvestoren eingesammelt. Vorbörslich sei das Grundkapital von 7,5 auf 10,2 Millionen Euro erhöht worden, womit das Unternehmen derzeit mit fast 152 Millionen Euro bewertet ist.

Um eine Handelbarkeit zu ermöglichen, entschied sich das Unternehmen zunächst für den Freiverkehr. Dadurch wurde der Einstieg von Finanzinvestoren wie dem Versicherer Gothaer, der Cominvest der Commerzbank oder dem schweizerischen Fonds Ethna Capital Partners ermöglicht. Institutionelle Anleger halten nun rund 26 Prozent an der neuen Gesellschaft. Die ebenfalls börsennotierte und im Tec-Dax gelistete Centrotec Sustainable AG, die die Solaraktivitäten im Sommer in die neue Tochtergesellschaft ausgegliedert hatte, ist mit 44 Prozent beteiligt. Die Familie Krass, Mehrheitseigentümerin der Centrotec, hält 30 Prozent.

Natürlich hat sich Centrosolar auch rechtzeitig die gute Stimmung gegenüber Solaraktien zunutze gemacht. Erst am vergangenen Donnerstag ging der Solartechnikhersteller Sunline in den Freiverkehr und legte gegenüber dem Emissionspreis von 5,30 Euro zeitweise um 23 Prozent zu. Ende September hatte die Ersol Solar Energy AG mit kräftigen Kursaufschlägen ein fulminantes Börsendebüt - mußte allerdings im weiteren Verlauf die Kursgewinne wieder abgeben. Anfang Oktober folgte der Solarzellenhersteller Q-Cells, der ebenso einen großen Teil seiner Gewinne wieder abgeben mußte. Daß der Zeitpunkt der Erstemission von Centrosolar günstig gewählt war, zeigen auch die seit Anfang Oktober schwachen Kursentwicklungen der "etablierten" Werte Solarworld und Conergy.

Operativ war der Börsengang vonnöten, weil Centrosolar Akquisitionen finanzieren muß. Für 10 Millionen Euro hat sie 66 Prozent an der Solarstocc AG mit einem Umsatz von 25 Millionen Euro erworben, die komplette Solarsysteme im Groß- und Fachhandel anbietet. Eine weitere Übernahme im Umsatzvolumen von 30 bis 50 Millionen Euro steht unmittelbar bevor. Die mit den im Frühjahr 2006 geplanten Börsengang verbundenen Erlöse in Höhe von rund 20 Millionen Euro seien für spätere, noch nicht spezifizierte Projekte vorgesehen, sagt Kirsch. Er betont, daß die Altaktionäre keine Aktien abgeben wollen. Angestrebt sei ein Streubesitz von etwa 40 Prozent. Hinkt Centrosolar dann nicht der möglicherweise schwindenden Börseneuphorie für Solartitel hinterher? "Ich unterscheide zwischen Börsenkonjunktur und dem operativen Geschäft", antwortet Kirsch. Für ihn sei es wichtig, rechtzeitig auf dem Markt präsent zu sein. "Dann haben wir auch kein Problem, Kapital zu bekommen."

Centrosolar wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 95 Millionen Euro Umsatz erzielen. Für 2006 sind 100 bis 130 Millionen Euro ohne und 150 bis 200 Millionen Euro mit weiteren Akquisitionen geplant. Dabei strebt das Unternehmen eine Marge, bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, von 7 bis 9 Prozent an. Mittelfristig hat sich Centrosolar ein organisches Wachstum von 20 Prozent jährlich vorgenommen. Das Unternehmen verfolgt eine Nischenstrategie. "Wir spezialisieren uns auf ein Marktsegment, das für größere und mittlere Anbieter weniger attraktiv ist", sagt der Vorstandschef.


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